In Torgelow und Ückermünde

ÜckermündeAm Samstag ging es in Richtung Oderhaff. Das Wetter was angesagt wurde war zwar nicht das Beste, es sollte mal mehrmals ganz leicht mal regnen können, ansonsten nur bewölkt sein. Da ich mich am vorherigen Wochenende schon einmal auf eine fehlerhafte Ansage verlassen habe, bei der das Wetter aber sehr gut war, war ich halt etwas spontaner und hoffte auf eine ebensolche Falschinformation. Die Auskunft war wie angenommen fehlerhaft, das Wetter im Gegensatz zu meinem Optimismus aber völlig schlechter.

In Torgelow angekommen war es noch alles in Ordnung. Die Sonne schien und ich besuchte zunächst einmal die kleine Innenstadt, bis ich mich zum Castrum Torgelowe begab, in welchem sie das Mittelalter des 14. Jahrhunderts mit Gebäuden und Menschen nachspielten. Es war kurz nach der Öffnung noch nicht viel los, so dass ich mich auf den Weg zum Ukranenland machte. Der Wanderweg, welcher in der Karte der Stadtinformation verzeichnet war und an der Ücker entlang verläuft, war nur ein Trampelpfad welcher ziemlich zugewachsen war. Das Gras war zudem recht feucht und ich bekam meine ersten nassen Füße für den Tag. Langsam zogen auch schon dunkle Wolken auf und bewiesen mir dass mein Optimismus fehl am Platze war. Als ich im Ukranenland angekommen war, gab es schon ein paar Probleme mit dem Licht der Sonne, welche sich ständig hinter den Wolken versteckte. Es war hier zwar mehr los, doch das Donnern in der Entfernung ließ mich aufbrechen und mich zum Bahnhof begeben.

Auf dieser Strecke nahm ich dann den zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeweihten neuen Rad- Und Wanderweg von Torgelow, die Feuchtwiese wollte ich mir nicht noch einmal antun. Leider war ich zu spät los, denn ab dem Neuen Marktplatz von Torgelow fing der Platzregen an, welcher nicht aufhören wollte. Der Bahnhof der Stadt ist eine Zumutung bei solchem Wetter. Ein Wartehäuschen was kaputt ist war alles was offiziell den Fahrgästen zu Verfügung stand. Ich fand dann doch etwas Schutz unter einem Dach. Da ich schon mal in der Gegend war beschloss ich nach Übermünde weiterzufahren um dort in das Museum zu gehen, welches sich im Schloss befindet. Wenigstens hörte jetzt der Regen auf und ich konnte erst einmal die Stadt besichtigen. Leider war der Himmel grau und die Aufnahmen entsprechend. Da das Museum am Samstag erst ab 13.00 Uhr geöffnet hatte, ging ich im Marktkrug essen, wo ich mir in einer rustikalen Umgebung eine Fischplatte gönnte.

Das Museum ist recht überschaubar, aber nichts für fußlahme Leute oder Leute mit Höhenangst wie ich. Es ist im Turm des Schlosses von Ückermünde untergebracht und die letzte Abteilung war nur über eine offene freitragende Holztreppe zu erreichen, welche sich mitten im Raum befindet. Also war ich dann hier recht schnell fertig mit meiner Besichtigung. Nach einer weiteren Stadterkundung in Richtung der historischen Holzbrücke und einem Fischbrötchen bei Rosis Fischoase, einen Imbiss mit diesem merkwürdigen Namen gibt es in Ückermünde wirklich, ging es Richtung Heimat. Den Anschluss schaffte ich nur aufgrund einer Verspätung dieses Zuges, ansonsten ist sind die Verbindungen von Ückermünde am Bahnhof von Jatznick eine Zumutung für die Bahnkunden.

Ein Sonntag im Pommerschen Landesmuseum

Pommersches Landesmuseum GreifswaldSeit diesem Wochenende gibt es eine Sonderausstellung in der Gemäldegalerie des Pommerschen Landesmuseums unter dem Motto Die Geburt der Romantik. In dieser geht es um die Anfänge der Romantik in Deutschland, welche die Werke der aus Vorpommern stammenden Malergrößen Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge, sowie ihres relativ unbekannten Freundes Friedrich August von Klinkowström behandelt, und die Wurzeln ihrer künstlerischen Inspirationen, welche sie in ihrer pommerschen Heimat fanden. Da es am Sonntag eh mal wieder alles andere als ein sonniger Tag werden sollte, plante ich diesmal keinen Ausflug auf gut Glück, denn am Vortag war ich schließlich ausreichend von oben und unten angefeuchtet geworden.

Das Pommersche Landesmuseum hatte ein paar Wochen zuvor eine Erweiterung ihrer ständigen Ausstellung fertiggestellt und in diesem Zusammenhang bot es sich an, gleich beide Ausstellungen zu besuchen, da dieses rein eintrittsgeldtechnisch deutlich wirtschaftlicher war. Ich gönnte mir auch eine der angebotenen Sonntagsführungen, bei welcher wir durch die Räumlichkeiten der Gemäldegalerie geführt wurden und interessante Details über die wichtigsten Werke der Ausstellung und die drei Künstler erfuhren. Anschließend ging ich noch auf eigene Faust los und erkundete die übrigen Ausstellungsstücke der Sonderausstellung und anschließend die ergänzten Abteilungen, welche die Zeit der Schwedenherrschaft bis zu den Anfängen der pommerschen Ostseebäder abdeckt.

Das Pommersche Landesmuseum ist das einzige Museum in Greifswald, bei dessen Besuch man auch kulinarisch auf seine Kosten kommen kann. Da ich schon einige Stunden im Museum weilte, brauchte ich mich nicht auf die Suche nach einem guten Restaurant in Greifswald mehr machen, durch die angebotenen Sonntagsbrunche wäre die Auswahl aufgrund der Reservierungen eh zu klein gewesen. Also blieb ich gleich im Le Croy, welches aufgrund der hohen Besucheranzahl mehr als gut besucht war. Wenigstens gibt es auch am Sonntag eine Mittagskarte, welche etwas preiswerter als die vom Abend ist. So gab es bei mir eine Wirsingroulade vom Rind. Lecker sag ich nur und eine schöne Abrundung eines Museumsbesuch. Wer als in der nächsten Zeit ein Museum in Greifswald besuchen möchte, kann sich dabei ruhig die gelungene Sonderausstellung über die Geburt der Romantik anschauen.

Sassnitz

Mole SassnitzWenn ich sage dass ich wieder einmal auf die Insel Rügen fahre, dann fragen einige bestimmte Leute, ob ich davon noch nicht genug habe. Dreieinhalb Monate Aufenthalt auf Rügen sind zwar an sich schön, wenn man das nicht unbedingt im Winter machen muss. Dieses Mal war Sassnitz dran. Beim letzten Besuch war es ja nur eine Zwischenstation, da ich weiter zum Nationalpark Jasmund bin, wo man die berühmten Kreidefelsen finden kann. Mit dem Zug kann man ganz bequem dahin kommen, wenn man mit der Bahn bis zum Bahnhof von Sassnitz und dann mit dem Bus weiter fährt. Jetzt war aber die Stadt an sich selber das Objekt meiner Begierde.

Sassnitz ist im Verhältnis zu den anderen größeren Orten nicht so überlaufen. Das macht einen Besuch etwas entspannter. Zuerst ging es über die Hängebrücke am Hafen, wo man einige Museen finden kann. Unter anderem eine U-Boot-Ausstellung und ein Fischereimuseum. Am Anfang der Mole liegen einige Kutter, von welchen Räucherfisch und Fischbrötchen verkauft werden. Gestärkt mit einem Brötchen mit Bismarckhering machte ich mir auf den Weg zum Ender der Mole. Die Mole von Sassnitz ist über einen Kilometer lang und die längste Mole in Deutschland. Von ihr aus kann man wunderbar den Hafen fotografieren und hat einen schönen Blick auf die Küste.

Einen Ausflug mit einem Schiff bis zu den Kreidefelsen verschob ich erstmal auf den Nachmittag, erst einmal war die Altstadt von Sassnitz dran. Schön ist der Musikpavillon Seemuschel, welcher sich im Kurpark befindet und von Ulrich Müther erbaut wurde. Da die Altstadt nicht so groß ist, war ich recht schnell fertig mit meiner Besichtigungstor. Also ging ich in den Wald von Dwasieden um dort das steinzeitliche Hügelgraber zu besuchen. Ich habe es nicht gefunden, ausgeschildert ist es auch nicht. Toll, ich war erst einmal sauer und ging zum Bahnhof um zu schauen, wann die nächsten Züge fuhren. Es stand gerade einer auf dem Bahnsteig und da meine Laune eh schon etwas gedämpft war, bestieg ich ihn und ließ den Schiffsausflug Schiffsausflug sein und verschob diese Aktivität in die Zukunft.

Spontan nach Gelbensande und Graal-Müritz

Jagdschloss GelbensandeFür gewöhnlich plane ich meine Ausflüge bis ins Detail. Fahrpläne, Stadtpläne und eine To-Do-Liste sind das Mindeste in Informationsmaterial, welches nach einer solchen Planung Platz in meinem Rucksack findet. Es ist fast immer so als ob ich einen Feldzug planen würde, was einige Leute immer frech kommentierten. Also dachte ich mir, dass ich auch mal ganz spontan sein und mich auf ein Abenteuer einlassen sollte. OK, einen Stadtplan von Graal-Müritz habe ich mir ausgedruckt, das war es dann aber auch schon.

Pünktlich kam ich in Gelbensande an. Dort gibt es das ehemalige Jagdschloss Gelbensande, welche sich die Herzöge von Mecklenburg-Schwerin in die Rostocker Heide haben bauen lassen. Pünktlich um 9:00 Uhr stand ich auf der Matte, kurz darauf mit enttäuschter Miene. Wie war das mit dem geöffnet haben ab 11:00 Uhr? Also ging es zurück zum Bahnhof mit dem nächsten Zug nach Graal-Müritz und dann später von dort aus zum Jagdschloss zurück. Fast 2 Stunden Wartezeit bis zum nächsten Zug, da kann man ja gleich zu Fuß laufen. Was ich dann auch getan habe, denn bis zum Ortseingang von Graal-Müritz waren es angeblich nur acht Kilometer zu laufen. Wenigstens hatte ich meinen MP3–Player mit dabei, denn die Strecke war recht langweilig. Bäume, Bäume, Bäume und fast nur gerade Wege. Nicht wirklich etwas interessantes, nur ab und zu mal ein paar Radfahrer, welche ich in meiner Situation um ihren fahrbaren Untersatz beneidete. In Graal-Müritz angekommen erkundete ich erstmal den Ort, welchen ich etwas länger nicht mehr besucht hatte. Nach dem Besuch der Seebrücke ging es dann erstmal nach einer Stärkung in den schönen Rhododendren-Park von Graal-Müritz bevor ich zum Heimatmuseum ging. An zwei Sonntagen haben sie auf, es war sogar der Sonntag an dem ich da war. Aber wieder war ich stundenweise zu früh da. Toll, als ob die meinen Besuch geahnt hätten.

Auf dem Bahnhof des Seebades gab es keinen Fahrplan. Also die Auskunft angerufen und die angeblichen drei Stunden bis zum nächsten Zug wollte ich dann doch nicht laufen. Den Bus konnte ich auch nicht nehmen. Er war schon vor ein paar Minuten weg und sollte an diesem Tag keinen Nachfolger mehr bekommen. Man war ich zu dem Zeitpunkt sauer und geladen. Also zu Fuß los und kurz nach dem Ortsausgang sehe ich einen Zug an mir in Richtung Rostock vorbeifahren. Da bezahlt man einen Hufen Geld für eine Auskunft bei der Bahn und diese dämliche Trulla am anderen Ende der Leitung ist dann zu doof ihren Computer richtig zu bedienen und mir den Rat zu geben besser zum Hauptbahnhof von Graal-Müritz zu gehen, da bei dieser Haltestelle nur manchmal ein Zug anhält.

Also weitergelaufen und gelaufen … bis zum nächsten Ort waren es angeblich nur zehn Kilometer. Die Hitze an dem Tag war belastend und die Landschaft der Rostocker Heide noch langweiliger als auf dem Hinweg. Als einzige Sehenswürdigkeit gab es noch einen ehemaligen Wall eines Feldlagers des General Wallensteins aus dem dreißigjährigen Krieg. Nach zwei Stunden Fußmarsch war ich endlich angekommen, aber ich musste noch weiter bis nach Rövershagen. Aus den angeblichen zwei Kilometern wurden dann locker fünf. Im Ort angekommen musste man den Bahnhof suchen. Ausgeschildert war er nicht, also musste ich eine Frau nach dem Weg fragen. Die Rechts- und Links-Problematik von Frauen wurde mir an diesem Tag deutlich bewiesen. Dank dieser Auskunft bin ich in die völlig falsche Richtung und verpasste meinen Zug um fünf Minuten. Jetzt war ich für gut zwei Stunden in diesem Kaff verschollen. Zu Karls Erdbeerhof mochte ich dann auch nicht mehr hin, denn den letzten Zug in Richtung Heimat wollte ich nicht auch noch verpassen. Wenigstens gab in Rövershagen einen kleinen Imbiss, welcher noch auf hatte, so dass ich wenigstens meinen Hunger stillen konnte.

Und was lernt man aus einer solchen frustrierenden Geschichte? Eine gute Planung ist alles, die Bahnauskunft taugt nur um die Telefonrechnung zu erhöhen und bestimmte Leute sollte man niemals nach dem Weg fragen.

Mittelaltermarkt in Dargun

Mittelaltermarkt in DargunAls ich das letzte Mal in der kleinen mecklenburgischen Stadt Dargun weilte, war der alljährliche Mittelaltermarkt angesagt. Da man von meiner Heimatstadt Greifswald aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln für diese relativ kurze Entfernung nur etwas über sechzehn Stunden benötigt, eine geradezu lächerlich kurze Zeit, denn zu Fuß wäre man schneller dort, nahm ich gerne die Einladung an, welche mir Andreas bei wöchentlichem Stammtisch im Weinhaus machte. Er musste geschäftlich dahin und da bot es sich an, diese Fahrt auch mit etwas an Freizeitaktivitäten zu verbinden. Volksfeste sind auch mal eine schöne Abwechslung und einige dieser Mittelaltermärkte sind nicht so stark von Lauten überlaufen, wie beispielsweise das Fischerfest in Greifswald, die Wallensteintage in Stralsund oder die Hanse Sail in Rostock, so dass ein Besuch dieser meistens recht familiär anmutenden Feste recht angenehm und spaßig verlaufen kann.

Wir fuhren aus Greifswald früh los, so dass unsere Ankunft in Dargun etwa eine Stunde vor dem Beginn der eigentlichen Veranstaltung war. Einen Parkplatz zu bekommen war zu diesem frühen Zeitpunkt kein Problem, da wir zu den ersten Gästen des Mittelaltermarktes zählten. Der Parkplatz befand sich gleich neben der Kloster- und Schlossruine Dargun, so dass wir nicht lange zum eigentlichen Ziel laufen mussten. Für gewöhnlich muss man für die Besichtigung der Ruine Eintritt bezahlen, an diesem Tag kamen wir umsonst herein. Im Südflügel des Gebäudekomplexes befand sich eine Ausstellung über die Geschichte des Klosters Dargun, aus welchem das Kloster Hilda hervorging, welches man heute als die Klosterruine Eldena kennt, welche eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Greifswald ist. Da noch recht wenige Leute auf dem Gelände der Kloster- und Schlossruine in Dargun waren, konnte man fast ungestört schöne Bilder von der imposanten Ruine machen.

Anschließend bummelten wir noch durch den kleinen Klostergarten, den Schlosspark und am See entlang, bevor es wieder zurück zum Mittelaltermarkt ging, welcher inzwischen schon eine Menge Besucher angezogen hatte. Ab und zu gab es einige Showeinlagen mit mittelalterlichen Musikanten und Schaukämpfe mit Rittern und einer Ritterin, welche einen Fan unter uns beiden gewann. Ich verrate aber nicht wer von uns beiden das war, ich jedenfalls war es nicht. Für mich war die kulinarische Komponente bei diesem Fest sehr viel wichtiger als Frauen in Uniformen beziehungsweise Rüstungen. So gab es unter anderem lecker Schwein vom Spieß und Bier von der Darguner Brauerei, welche ein Sponsor für diese Veranstaltung war und deutlich niedrige Preise für ihre Erzeugnisse verlangten. Die Kloster- und Schlossruine Dargun ist eine schöne Kulisse für solche Festlichkeiten. Und als kleines Souvenir gab es noch einen Nachdruck einer mittelalterlichen Stadtansicht meiner Heimatstadt.

Waren an der Müritz - Teil 3

im Müritzeum in WarenIm nachhinein hätte ich mal die Tage tauschen und meine Museumstour auf den Samstag verlegen sollen. Aber hinterher ist man immer etwas schlauer und ändern kann man an der Geschichte eh nichts mehr. Als erstes war das Müritzeum dran. Wenn man schon in Waren an der Müritz ist, dann sollte man es auch besuchen. Ein Tipp am Rande ist das frühe Erscheinen. Ich war einer der ersten Gäste und konnte mir die Ausstellung über die Flora und Fauna in der Müritzregion wenigstens in einer entspannteren Atmosphäre anschauen, denn als ich mit meiner Tour durch das Müritzeum fertig war, da wimmelte es nur so von Leuten in den Räumlichkeiten und es war recht eng und etwas belastend. Die Ausstellung im Müritzeum war an sich recht interessant und kindgerecht gestaltet, ist aber für einen Regentag dann aber doch nicht groß genug. Das Marinemuseum, Marine und Müritz … putzig oder nicht ? , war an dem Tag leider zu. Merkwürdig dass viele Museen und Ausstellungen nur in der Woche geöffnet sind und am Wochenende, wenn alle Leute unterwegs und potentielle Gäste sind, dann verrammeln sie die Türen. Kundenfreundlich ist das in meinen Augen jedenfalls nicht.

Mittags ging es dann zum Pier 13 am Jachthafen von der Stadt, bevor ich das Stadtmuseum von Waren besuchte. Die Ausstellung ist relativ klein und überschaubar, aber mit dem Gutscheinheft war nur noch ein einziger Euro für den Eintritt fällig. Es befindet sich im neogotischen Rathaus am Neuen Markt. Später gab es dann noch ausgiebig lecker Kuchen am Hafen bevor ich mich, doch recht früh in die Pension begab. Die Fährschiffe fuhren nur noch kleine Touren und das eine Schiff mit etwas mehr Fahrstrecke bot ein musikalisches Rahmenprogramm zum Mitschunkeln und … als nichts für mich. Zum Trost wollte ich auf der Rückfahrt nach Hause noch einen Abstecher machen, das Wetter spielte mal wieder nicht mit. Erst gab es nur Regen und dann ständig ein grauer Himmel. Ich werde wohl nächstes Jahr wieder an die Müritz fahren … und dann gibt es den vierten Teil meiner Müritzsaga.

Waren an der Müritz - Teil 2

… und regnete und regnete und … meine Vermieterin war ganz optimistisch und meinte spätestens gegen Mittag bricht der Himmel auf und die Sonne scheint. Für den Job als Wetterfrosch muss sie noch etwas üben, denn irgendwie wollte es nicht so wie ich es gern gehabt hätte. Für den Tag hatte ich eine Radtour geplant. Von Waren über Schloss Klink und die kleine Stadt Röbel nach Rechlin. Und dann eventuell mit dem Schiff zurück, falls ich keinen Bock mehr aufs radeln gehabt hätte. Es war leider nur ein Plan und Pläne sind da daß man sie ändert. Ich bin ja schließlich nicht B.A. vom A-Team, Egon Olsen passt da schon eher. Also schnell noch die Karten für die Fähre gekauft und ab ging die Fahrt in Richtung Röbel. Die Regentropfen schlugen stark auf der Wasseroberfläche auf und es wurden und wurden nicht weniger.

In Röbel angekommen war es echt ein Krampf mit dem Fotografieren. In einer Hand den Regenschirm, in der anderen die Kamera. Dann musste ich noch aufpassen, dass die Linse nicht feucht wurde, was natürlich nicht klappte, so war ich ständig am Putzen. Die Stadt Röbel an der Müritz ist zwar nicht allzu groß, dafür lang gestreckt. Mehr als zwei Stunden sollte man dabei einplanen, wenn man etwas von der Besichtigung haben möchte. Leider waren nicht alle Museen offen, nur das kleine Heimatmuseum im Haus des Gastes, und das sogar für umsonst. Meine Besichtigungstour dauerte über drei Stunden und bevor die Fähre kam gabs halt noch nen kleinen Imbiss im Hafen. Übrigens steht in Röbel mit dem Wasserturm das älteste Gebäude aus Stahlbeton in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Rückfahrt war etwas länger, da sie unter anderem über Rechlin ging. Es waren fast keine Leute auf dem Schiff, aber der Kapitän hatte trotz allem eine gute Laune und brachte ständig humorvolle Kommentare über das Schiff, die Landschaft und auch was immer über die Lautsprecher des Schiffes. Jedenfalls war die Fahrt, welche über 2,5 Stunden dauerte, dadurch etwas schneller vorbei. Ab der letzten Haltestelle waren noch eine Truppe mit an Bord gekommen, welche ihren Junggesellenabschied feierte. Und was muss ich sagen: die Mecklenburger brauchten zweimal solange wie ich für ihre Schnapsfläschen. Den früheren Abend verbrachte ich dann in der Kartoffelscheune. Zum einen um den Alkohol abzubauen, zum anderen um für die Hälfte des Geldes satt zu werden. Übrigens ist auf dem Bild die Müritz am Zeitpunkt des Tages zu sehen, an dem das beste Wetter herrschte.

Waren an der Müritz - Teil 1

Waren an der MüritzEs war ja schon etwas länger her dass ich in Waren an der Müritz weilte. Daher passte es mir gut in den Kram, dass ich einen Gutschein für mehrere Übernachtungen in der Pension zur Sonne von meiner Mutter zum Geburtstag geschenkt bekam. Dabei hatte sie ein gutes Händchen gehabt. Die Pension liegt recht dicht am Bahnhof von Waren und die historische Altstadt kann man auch recht schnell zu Fuß erreichen. Die Zimmer waren sehr groß und das Frühstück, wenn ich es mit allen anderen Übernachtungen vergleiche bei denen Pension im Namen war, das Beste. Das Wetter war laut Vorhersage nicht unbedingt optimal. Ich hatte eigentlich vor mit dem Fahrrad eine Runde um die Müritz zu machen, dafür besorgte ich mir auch eine Fahrradkarte für die Region. Es war aber unnötig, denn die Planungen fielen am Wochenende buchstäblich ins Wasser. Am Freitag strahlte die Sonne als ich gegen 12.00 Uhr auf den Bahnhof von Waren eintraf. Ich nutze den Nachmittag um die Altstadt zu erkunden und, da es schöner blauer Himmel war, auch viele Bilder zu machen.

Die Altstadt von Waren hat sich wirklich positiv entwickelt. Es sind fast alle Häuser in der Altstadt saniert und die Umgebung um die Uferpromenade an der Müritz ist gut touristisch entwickelt worden. Wenn ich Waren mit anderen Kreisstädten in Mecklenburg Vorpommern vergleiche, dann ist die Stadt an der Müritz ein leuchtendes Beispiel geworden. Nachdem ich mich bei einem örtlichen Asiaten gestärkt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Waren abgeklappert habe, bin ich zur Pension um mein Zimmer zu belegen. Außer meinem Schlüssel habe ich dort auch ein Gutscheinheft bekommen, was die Stadt an ihre Urlauber verteilt. So bekommt man wenigstens etwas von der Kurtaxe zurück.Zum Beispiel einen Gutschein über zwei Euro für die Müritzsaga, einem Theaterstück in einer Freilichtbühne, welches in der Zeit nach dem dreißigjährigen Krieg an der Müritz spielt. Da war sogar eine bessere Kategorie drin. Gesagt getan und die Karte gekauft.

Die Zeit bis zur Vorstellung überbrückte ich auf der Terrasse von der Kartoffelscheune. Dort gibt es übrigens nach 18.00 Uhr alle Gerichte für den halben Preis. Ich war aber noch satt und beließ es erst einmal bei Flüssignahrung, merkte mir aber diese Lokalität für später. Preiswerter kommt man in Waren wohl nicht zu einem Abendessen. Der fünfte Teil der Müritzsaga hieß Die Maske fällt, und war an sich recht gut umgesetzt und kann man von der Art her mit den Störtebeker-Festspielen auf der Insel Rügen vergleichen. Auf dem Weg zur Pension fing es an zu tröpfeln, als ich dort war fing der Regen an … und regnete und regnete und …

Putbus

im Schlosspark von PutbusDass ich vor einiger Zeit ein paar Monate in Putbus auf der Insel Rügen weilte, dürften die wenigsten wissen. Ich war dort gut dreieinhalb Monate auf einer Weiterbildung beim IT College, welches direkt am Circus zu finden ist. Begeistert war ich nicht unbedingt davon, war dieser Aufenthalt doch zu einer Zeit, zu der die meisten Leute eigentlich nur unfreiwillig auf dieser Insel Urlaub machen würden. Dreieinhalb Monate in Putbus ist ja fast schon genug Zeit um dort als Einheimischer gelten zu können, aber nur fast, denn in Pommern gehen die Uhren gewöhnlich anders. Appropo Uhren. In der Stadt Putbus gibt es ein historisches Uhren und Spielgerätemuseum, welches ich an einem Tag besucht habe, als ich etwas mehr Zeit übrig hatte. Die beiden Betreiber sind ein Ehepaar welches aus dem Westen hergezogen weil sie sich in diese kleine verschlafene Stadt auf der Insel Rügen verliebt haben. Man sollte sich diese Sammlung ruhig einmal anschauen, da man als Besucher auch eine interessante Führung geboten bekommt. Mir hat es jedenfalls in diesem Museum gut gefallen. Das örtliche Puppenmuseum im ehemaligen Affenhaus sieht von außen kleiner aus, als es im Inneren wirklich ist. Interessant ist die Ausstellung trotzdem, der Schwerpunkt liegt aber mehr auf Puppen, ist daher auch für Mädchen eher interessanter.

Einige schöne Ecken gibt es in Putbus auch. Wenn es mal etwas besseres Wetter gab wanderte ich gerne durch den Schlosspark. Wenn noch keine Saison ist, dann hat man den Schlosspark fast für sich alleine. Den einzigen richtigen Pluspunkt, mit welchen die Stadt Putbus aufwarten kann, ist das Residenztheater, in welchem ich mehrere Aufführungen gesehen habe. Unter anderem gab es ein Stück von Hans Fallada in einer Inzenierung vom Theater Vorpommern und zwei schöne Gastauftritte. Natürlich war es ausschließlich Kabarett. Der erste Auftritt war von den Oderhähnen aus Frankfurt an der Oder, der Zweite von der Herkuleskeule aus Dresden.

Wanderungen und Radfahren machte ich des öfteren. Einmal fuhr ich von Putbus aus über Bergen nach Ralswieck und zurück. Eigentlich sollte es eine Tour um den kleinen Jasmunder Bodden werden, aber an diesem Tag war der Wind einfach zu stark. Die Tour machte ich aber ein paar Tage später aber doch noch, nur entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn. Es ging von Putbus zum Jagdtschloss Granitz, davon brauchte ich ein besseres Bild, über das Ostseebad Binz und Prora. Dort besuchte ich die Feuersteinfelder, welche aber recht umständlich zu erreichen waren. Über Lietzow und Bergen ging es dann zurück nach Putbus. Aber auch mehrmals ging es in den Goor. Das ist ein Waldgebiet südlich von Putbus, welches direkt am Greifswalder Bodden liegt und einen tollen Blick auf die kleine Insel Vilm bietet, welche vor der Küste von Rügen gelegen ist. Mein Hobby während der meisten Zeit waren aber die Restaurants in Putbus und Umgebung. Darüber schreibe ich aber ein andermal.

Ein Urlaubstag in Anklam

AnklamIch habe es getan, zum allerersten Mal … Ich weiß ja nicht was man jetzt wieder gleich von mir denkt, aber ich schreibe gerade über einen Urlaubstag in Anklam. Ich sagte ja bei meinem wöchentlichen Stammtisch im Weinhaus am Markt, dass man nach Anklam eigentlich nur fahren kann, wenn dort strahlend blauer Himmel ist und die Sonne scheint. Und ich behielt mit meiner Aussage sogar recht. Als ich die von mir geschossenen Bilder einigen meiner Kolleginnen zeigte, waren diese ganz erstaunt, was man mit dem richtigen Licht und der richtigen Perspektive selbst, aus unserer südlichen Nachbarstadt, so an schönen Bildern herausholen kann. Bei den Durchfahrten mit dem Auto machte die Stadt an der Peene nie einen guten Eindruck auf mich, es war schon ein kleines Wunder dass ich mich auf dieses Experiment eingelassen habe.

Los ging es mit der Bahn und zwar recht zeitig, da ich das Wetter ausnutzen und die Lichtverhältnisse so optimal wie möglich haben wollte. Der Weg vom Bahnhof in die Altstadt von Anklam ist nicht so einladend, man findet viele leerstehende Gebäude. Ich lief erst einmal in der Altstadt von Anklam umher und orientierte mich dort, was es so alles zu sehen gibt, da ich die Zeit bis zur Öffnung des Stadtmuseums totschlagen musste. Das Stadtmuseum von ist im Steintor Anklam untergebracht, dem einzigen Stadttor, welches noch erhalten geblieben ist, und sich direkt in der Stadt befindet. Die Ausstellung des Museums dreht sich um die Geschichte der Hansestadt Anklam und der näheren Umgebung. Die Holztreppen habe ich gerade so hoch geschafft, den Aufstieg auf den Turm der Nikolaikirche hatte ich mir bei der anschließenden Besichtigung der Kirche erspart. Die Kirchenruine wird gerade zum Ikareum umgebaut.

Anschließend ging es in Richtung Peene, wo dann die Schwedenmühle auf der Tagesordnung stand, welche aber einen sehr schlechten Zustand hat. Mittag gab es dann im Vis a Vis, einem Restaurant, welches sich direkt beim Steintor befindet. Wenn man an die Gastronomie in Anklam denkt, dann denkt man vielleicht an Schnitzelstuben oder ähnliches. Ich war daher positiv überrascht, denn Lachs mit Gewürzerdbeeren hätte ich in Anklam nie erwartet.

Nach der Stärkung war dann die Marienkirche Anklam der nächste Anlaufpunkt meiner Besichtigungstour. Diese Kirche ist im Gegensatz zur Nikolaikirche noch intakt und beherbergt viele alte Einrichtungsgegenstände. Bevor ich mich dann in Richtung Heimat begab war noch das Otto Lilienthal-Museum dran, welches eine Ausstellung hat, welches auch für Kinder geeignet ist, da man dort recht viele lehrreiche Experimente machen kann. So schlimm wie befürchtet war der Besuch in Anklam also nicht, nur war die Stadt trotz des tollen Wetters recht leer. Aber so ist mir wenigstens nicht ständig einer vor die Kamera gelaufen.